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GeoArt
Mit den Augen des Drachens
Steinbrüche in der Eifel
abstrakte und realistische Fotos aus der
Vogelperspektive
von Dr.
Christian Credner
Lambertsberg bei Waxweiler/Eifel
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Was ist GeoArt oder
Geo-Art ?
Wörtlich genommen wäre es Erdkunst. Aber wie und warum kann etwas,
das die Erde oder die Natur hervorbringen, Kunst sein, denn Kunst
schaffen eigentlich nur hierzu begabte Individuen. GeoArt ist nicht
LandArt, wobei der Künstler/Fotograf durch Hinzufügen oder Entfernen
die Erdoberfläche verändert und verfremdet. Der Fotograf von GeoArt
nimmt keinen Eingriff vor oder veranlasst ihn. Die Natur selbst oder
Menschen haben die Struktur der Erdoberfläche geformt. Beim Luftbild
sind es zudem die ungewohnte Perspektive, der gewählte Ausschnitt
und allenfalls eine Änderung der Farbwiedergabe. Zu Kunst kann es
durch den Blick des Fotografen werden, der wie bei jedem seiner auch
am Boden aufgenommenen Bilder mit dem Auge die Bildkomposition
bestimmt und mit seinem fototechnischen Wissen die erforderlichen
Einstellungen vornimmt und die Kamera im richtigen Moment auslöst.
Die Natur schafft Kunstvolles, das wir aber nicht als Kunst
benennen.
Der Blick aus 500 m Höhe auf eine Burganlage oder auf eine
Häuserreihe mag ästhetisch reizvoll aussehen, ist aber nicht
abstrakt oder unbedingt GeoArt. Abstrakt wirkt das Objekt aus der
Vogelperspektive durch seine für uns fremdartige Geometrie und
Farbgebung. Was konkret dargestellt wird, erschließt sich dem
Interessierten manchmal erst nach längerer Betrachtung oder durch
zusätzliche Informationen. Die Drachen-Luftbilder werden zumeist aus
einer Höhe bis maximal 100 m aufgenommen. Die Abstraktion aus dieser
Sicht ist teilweise verblüffend. Es gibt Luftbildfotografen, wie B.
Edmaier oder K.- D. Francke, die in ihren Büchern Geo-Art aus großer
Höhe auf faszinierende Weise präsentieren. Hierzu sind aber
Großfluggeräte erforderlich. Das Besondere an den hier in der
Ausstellung gezeigten Luftbildern ist ihre Entstehung im bodennahen
Bereich und die hierzu angewandte unkomplizierte, selbst
entwickelte Technik. Leichte Digitalkameras, elektronische
Mini-Bauteile und moderne Werkstoffe für den Drachenbau ermöglichen
bis zu 600 Aufnahmen pro Flug. Wie das im Einzelnen abläuft, wird im
Folgenden kurz dargelegt.
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Wie werden die
Luftbilder hergestellt?
Alle gezeigten Luftbilder wurden von Kameras, die in einem
Einleiner-Flügelkastendrachen montiert waren, aufgenommen oder mit
Hilfe eines biegsamen Teleskopstabes. Die Auslösung einer Kamera
erfolgt auf ein Funksignal hin oder durch Intervallfunktion, was
bedeutet, dass in vorab eingestellten Abständen von 5 bis 20 Sekunden
jeweils ein Bild aufgenommen wird. Dies geschieht wiederum nicht
unkontrolliert, denn das Sucherbild wird über den Videoausgang der
Kamera an einen Monitor am Boden gesendet, und der "Pilot" kann
durch Standortwechsel am Boden das gewünschte Objekt anvisieren. Die
Anwendungen des Drachens und des Stabes werden von nur einer Person
bewältigt. Die Vorbereitungen zum Drachenstart und Aufrichten des
Stabes dauern etwa 10 min, dann ist alles zusammengesetzt und für
den Einsatz durchgecheckt. |
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Drachen-Luftbild-Technik
mit einer oder zwei Kameras |
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Konstruktionszeichnung des Trägerdrachens und der Kameramontierung am unteren
Spannkreuz des Zellendrachens (KCF=Kite-Cross-Fitting) |
| © 2010: Bilder und
Text: Dr. Christian Credner, Lambertsberg |
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GeoArt - Eifel
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Wer ist Christian
Credner?
Erstmals zeigte Christian Credner in Gesotz/Eifel in einer
Ausstellung März/April 2010 eine kleine Auswahl seiner umfangreichen Sammlung von
Luftbildern. Seine Objekte sind in erster Linie archäologische
Bodendenkmäler und geologische Strukturen wie Maare, Aufschlüsse
durch Steinbrüche und natürliche Oberflächenformationen, aber auch
Häuser oder besondere Gebäude, wie Burgen oder Ruinen. Bei der Suche
und Dokumentation von archäologischen Fundstellen werden aus der
Vogelperspektive oft zwangsläufig andere, überraschend originelle
Strukturen mit aufgezeichnet, die man als solche aber erst erkennen
muss. Diese, manchmal wie abstrakte Malerei anmutenden Fotos,
stellen neben einigen erstmals dokumentierten Grundrissen römischer
Villenanlagen und eindrucksvollen Grabungsfotos aus der Luft den
Hauptteil der Ausstellung. Bereits in den 90er Jahren, während der
Berufstätigkeit als Kardiologe in Mönchengladbach, hatte C. Credner
mehrfach Ausstellungen eigener Gemälde in Nettetal am Niederrhein,
Berlin und Düsseldorf. Hier in der Eifel betätigt er sich im
Ruhestand zudem seit 2002 auf graphischem und ortshistorischem
Terrain, mit der Erschaffung zahlreicher Gemeindewappen im
Eifelkreis-Bitburg-Prüm. |
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